Die stille Revolution

von Isabella Mader – erschienen im Harvard Business Manager 3/2016

Es ist in jüngster Zeit viel über die Vorteile der Sharing Economy geschrieben worden. Kein Wunder: Die Idee, dass Produkte und Dienstleistungen nicht mehr zum Kauf, sondern gegen eine Leihgebühr auf Zeit angeboten werden, hat in einer Zeit knapper werdender Ressourcen etwas Bestechendes. Inzwischen hat die neue Lust am Leihen auch die Arbeitswelt erreicht. Statt der Festanstellung winkt neuen Mitarbeitern häufig – wenn überhaupt – nur noch ein auf Projekten basierender Zeitvertrag. Die Zentralen vieler Firmen werden zunehmend auf einen strategischen Management-Kern reduziert, von dem aus Aufträge über Plattformen an ein Heer von Freelancern delegiert werden.
Genau das ist die Schattenseite der schönen neuen Welt: Wissensarbeit wird zu einer austauschbaren Ware, die betroffenen Freelancer müssen sich dem internationalen Wettbewerb und einem enormen Preiskampf stellen. Nicht selten sitzt die neue Konkurrenz in Billiglohnländern. Die Entlohnung wird inzwischen häufig nach dem Auktionsprinzip festgelegt: Den Zuschlag bekommt derjenige, der das günstigste Angebot abgibt.

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